Luna Löwin brüllt zu laut


Im verschneiten Winterwald lebte Luna, ein kleines Löwenmädchen. Sie war stark, mutig – und mächtig stolz auf ihr lautes Brüllen. „BRRRAAAAH!“ rief sie manchmal über den ganzen Wald. Die Schneeflocken wirbelten durcheinander, und die Eichhörnchen sprangen erschrocken von den Bäumen.

„Luna!“, rief Oskar Eule von seinem Ast. „Das ist ein bisschen … na ja … sehr laut für Weihnachten!“ Doch Luna protestierte: „Aber Brüllen ist toll! Dann hören mich alle!“

Später, beim Schmücken des großen Waldweihnachtsbaums, brüllte Luna noch einmal – und der Tannenzweig, auf dem Balduin Biber gerade Lichter befestigte, wackelte gefährlich. „Autsch!“, quietschte Balduin. „Ein bisschen leiser, bitte!“

Luna setzte sich traurig auf einen Schneehügel. „Aber ich will doch, dass alle meine Freude hören …“, murmelte sie. Da kam Hanni Hummel herangeflattert. „Luna, vielleicht musst du gar nicht brüllen, damit dich alle hören“, summte sie freundlich. „Manchmal reicht ein leises Summen. Das klingt im Herzen viel größer.“

Luna dachte lange nach. Am Abend stellte sie sich wieder vor den Weihnachtsbaum – diesmal machte sie nur ein kleines, warmes Brummen. Und siehe da: Oskar Eule, Tilda Taube, Balduin Biber, Paula Panda und all die anderen Tiere hörten es sofort … und lächelten.

„Oh!“, piepste Luna überrascht. „Das klingt ja noch viel schöner als laut brüllen!“ Von da an lernte Luna, dass leise manchmal viel lauter ist – vor allem, wenn es aus dem Herzen kommt. Und der Winterwald war nie still, aber immer gemütlich. 🦁❄️🎄


Ende.