Die Schildkröte, die den Winter verschlief – fast


Im verschneiten Winterwald lebte Nora Schildkröte, die für ihre langen Winterschläfchen bekannt war. Jeden Winter kuschelte sie sich tief in einen Laubhügel und verschlief fast die ganze kalte Zeit – nur an Heiligabend wollte sie wach sein. Damit sie nicht verschlief, legte sie sich einen kleinen „Panzer-Wecker“: einen Tannenzapfen, der ihr am richtigen Tag sanft auf den Kopf fallen sollte.

Doch in diesem Jahr … fiel der Zapfen daneben.

Während Nora friedlich schnarchte, schmückten die Waldtiere schon den Weihnachtsbaum. Oskar Eule sah sich besorgt um. „Wo steckt denn Nora? Sie ist sonst immer schon da!“ Die Tiere liefen zu ihrem Laubnest. Klopf, klopf. Keine Reaktion.

Da flüsterte Holly Hase ihr vorsichtig das Zauberwort ins Ohr: „Keeeeksss …“
Nora rührte sich nicht. Nur ein leises „Mmmh … später …“.

Dann versuchte es Wobo Waschbär mit seinem berühmten – und ziemlich schiefen – Weihnachtslied:
„WEIHNACHTEN, WEIHNACHTEN, OOOOH WEIHNACHTEN!“

Das war’s.

Noras Panzer vibrierte, sie öffnete die Augen und murmelte verschlafen: „Bin ich … spät dran?“
„Nein!“, riefen die Tiere lachend. „Wir holen dich ab!“

Gemeinsam begleiteten sie Nora ganz langsam durch den funkelnden Schnee zum großen Weihnachtsbaum. Und obwohl sie die Letzte war, durfte Nora die Lichter anschalten. Mit einem kleinen Pfotendruck – klick! – erstrahlte der Baum in warmem, goldenem Licht.

Nora strahlte. „Gut, dass ihr mich geweckt habt.“
Und die Tiere sagten: „Ohne dich wäre Weihnachten nicht komplett.“

Vielleicht, dachte Nora, stelle ich nächstes Jahr lieber zwei Tannenzapfen-Wecker.


Ende.