Greta Gans vergisst den Weg nach Süden


Im Winterwald bereiteten sich alle Vögel auf ihre große Reise nach Süden vor. Nur Greta Gans stand mitten zwischen den verschneiten Bäumen und blickte ratlos auf ihre Karte. „Huch … wo muss ich noch einmal hin?“, schnatterte sie verwirrt. Über ihr flogen die anderen Gänse bereits in einer langen Reihe durch den Himmel – aber Greta konnte den richtigen Weg einfach nicht finden.

„Vielleicht sollte ich ihnen hinterherfliegen …“, murmelte sie und hob ab. Doch kaum war sie ein Stück geflogen, wirbelte ein plötzlich aufkommender Schneesturm die Blätter durcheinander. Greta verlor die Orientierung und landete unsanft auf einem verschneiten Hügel. „Na gut“, seufzte sie, „vielleicht ist es gar nicht so schlimm, ein bisschen länger hier zu bleiben.“

Sie stapfte durch den Schnee und begegnete Hanni Hummel, die gerade die letzten Lichterketten an den Winterbaum hängte, und Balduin Biber, der eifrig Nüsse für das Weihnachtsfest sortierte. „Komm mit!“, rief Hanni fröhlich. Doch Greta schüttelte die Flügel. „Ich bleibe hier. Vielleicht kann ich Weihnachten dieses Jahr mal von hier aus erleben.“

Und tatsächlich: Greta sah, wie die Tiere den Wald schmückten, wie der Schnee leise auf die Tannen fiel und kleine Lichter die Nacht warm erhellten. Sie spürte plötzlich, dass es manchmal gut tut, nicht weiterzuhetzen – sondern einfach zu bleiben.

Am Abend saß Greta wieder auf ihrem Hügel und schaute hinunter auf das glitzernde Winterwalddorf. Zufrieden schnatterte sie: „Vielleicht ist Weihnachten genau hier noch schöner als irgendwo in der Ferne.“ Während die Sterne über ihr funkelten, nickte Greta glücklich – mit einem Herz voller Freude und einem Wald voller Freunde. 🦢❄️🎄


Ende.